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Crewtagebuch: Hamburg

Hamburg - Markthalle
Hamburg ist eine der geilsten Städte der Welt und es ist immer wieder schön hier zu sein. Der Bus steht schon geparkt hinter der Markthalle, als ich meinen Arsch aus dem Bett erhebe.
Recht schnell wird uns die negative Nachricht überbracht: Hamburg spielt gegen St. Pauli!
Das wird uns heute einige Fans kosten. Aber Arschlecken!!!
Ich latsche hoch in die Markthalle und treffe alle aus der Crew dort. Wir sind optimal im Zeitplan und es läuft alles nach Plan. So gut, das ich endlich mal die Zeit nutzen kann um in den gegenüber liegenden Saturn zu gehen und mir ein paar Laptops anzuschauen. Ist aber am Ende nichts dabei, da ich kein 17Zoll Monster mit mir rumschleppen möchte. Inzwischen drängt mich das Thema auch nicht mehr wirklich, da ich mit meinem Netbook alles erledigt bekomme, was ich erledigen möchte.
Anyway: Zurück in der Markthalle sind schon Sufferage beim Soundcheck. Die Band wird heute Abend den Reigen in Hamburg eröffnen und erntet extrem viel positive Resonanz. Schön ist, dass ich heute die ersten 2 Bekannten Gesichter aus der Schweiz entdecke. Ebenfalls bin ich erstaunt, wie viele Fans anscheinend das Tagebuch lesen und am Merchstand ,,Hallo" sagen. Das freut mich.
DIE HARD scheinen heute einen extrem guten Tag erwischt zu haben, denn nach der Show hat die Band am Merchandise Stand ordentlich zu tun. Positiv finde ich an den Jungs, das sie immer nach der Show recht fix am Merchandise Stand erscheinen um ihre Sachen selbst zu verkaufen und auf für Fotos oder Autogramme bereit stehen.
Sodom legen mit den beiden gewohnten ,,In War and Pieces" und ,,Sodomy and Lust" los. Die Stimmung ist von Anfang an auf dem Siedepunkt und am Ende des Tages sind auch mehr Fans gekommen, als wir schon befürchtet hatten. Im Gegensatz zu Aschaffenburg läuft die Maschine SODOM heute wieder optimal. Der Tag Pause ist vergessen und der Ablauf funktioniert wieder optimal, obwohl die Markthalle einige Nachteile hat.
Der Laden ist an sich wirklich schön, aber man muss die Sachen (Equipment und Co) über Aufzüge nach oben in den Laden bekommen. Dort sind wieder Stufen
vorhanden, was einen dazu zwingt, einiges an Material wieder in die Hand zu nehmen und zu schleppen. Aber das ist ein Luxusproblem, denn andere Läden (London - Underworld) haben gar keine Aufzüge.
Lustig finde ich die HSV Anhänger im Publikum. Anscheinend muss Tom eine Ansage gemacht haben, die Pro St. Pauli war, was die HSV Anhänger zu einem Heulkrampf verleitet hat. Einige kommen an den Merchandise Stand und jammern rum getreu dem Motto ,,Warum muss der noch Salz in die Wunde streuen?". Naja... warum leckt der Hund sich an den Eiern? Weil er es kann!!!
Morgen steht Bochum auf dem Programm und bei uns herrscht Aufbruchstimmung.

Crewtagebuch: Aschaffenburg

Aschaffenburg - ColoSaal
Einige von uns haben sich den Luxus gegönnt und sich ein Hotelzimmer über die Nacht genommen. Daher sind wir gesplittet. Als ich aufwache, frage ich mich, warum ich mir eigentlich kein Zimmer genommen habe? Es war ungewohnt im Bus zu schlafen, ohne das dieser sich bewegt. Das schnarchen einiger Kollegen erschien mir auf einmal doppelt so laut und ich wette, das mein eigenes ebenfalls lauter war, als sonst...
Gestern fand ich den ,,Day Off" noch vollkommen geil, aber mehr und mehr muss ich feststellen, das dieser freie Tag den ,,Lauf" unterbrochen hat. Es ist schwierig in den Tagesablauf reinzufinden. Ich stehe, wie eigentlich alle anderen auch, um 10Uhr auf. Alles ist relaxt, also erstmal eine schöne heiße Dusche genommen und langsam in den Tag reinfinden. Um 12 Uhr treffen wir am Colos-Saal ein um dann festzustellen, dass unser Bus unmöglich in Ladennähe stehen bleiben kann. Der Club liegt quasi inmitten einer kleinen Einkaufsstraße und wir müssen uns mit dem be- und entladen entsprechend beeilen. Ich bekomme zudem eine größere Merchandise Nachlieferung, da in Maribor und Budapest fast alles über die Theke gegangen ist.
Von 13.00Uhr bis zur Öffnung der Pforten bin ich damit beschäftigt, die Wände neu auszustaffieren und alles an Shirts und Co. zu zählen. Das bedeutet am Ende einen langen und harten Arbeitstag. Den anderen Jungs geht es aber auch nicht viel anders. Das Problem ist: Hat man was im Bus vergessen, so steht dieser wieder in 7km Entfernung am Hotel in Hösbach. Motto: Pech gehabt!

Heute begrüßen wir wieder einen neuen lokalen Support: CERVET.
Die Jungs stellen sich allesamt erst mal artig vor und warten geduldig ab, bis Die Hard und Sodom ihren Soundcheck beendet haben. Alleine der persönliche Eindruck der Jungs ist megasympathisch und lässt auf einen guten Abend hoffen.
Als CERVET anfangen, sind schon gut 200-250 Leute im Saal und feiern die Band entsprechend ab. Es sind schon einige ,,Cervet" Shirtträger im Publikum auszumachen, aber dennoch braucht die Band am Ende des Tages kaum noch etwas von ihren CD´s und Shirts mit nachhause nehmen, denn es finden sich dafür neue Besitzer. Insgesamt muss man ehrlich sagen, hat hier die Mischung super gestimmt: 1) Nette Band 2) Bringen eigene Fans mit und 3) Gewinnen neue Fans!!! Alle Seiten haben was von gehabt und genau so hat man sich die Aktion vorgestellt.
Die Hard legen ebenfalls einen soliden Gig hin, finden aber heute nicht so viel Anklang bei den Fans. Hier möchte ich aber auch darauf hinweisen, dass der Franke als solches eine Art Mensch ist, der sich nur schwer begeistern lässt. Wenn der Spruch ,,Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht" seine Berechtigung sucht, dann hat er sie in Aschaffenburg gefunden.
Im Gegensatz zu Sodom, denn die werden erwartet. Aber auch hier muss ich ehrlich gestehen, dass ich auch hier das Gefühl der ,,angezogenen Handbremse" hatte. Das mag aber auch daran liegen, dass man im Hinterkopf immer noch die Resonanzen aus Budapest und Co hat. Der Gig ist verläuft ohne spektakuläre Highlights und ist subjektiv gesehen auf dem Niveau von Eindhoven anzusiedeln.
Einzig spektakulär ist die Tatsache, dass sich gleich mehrere Leute aus dem Tross mit Durchfall plagen. Ich selbst musste auch 3mal auf den Lokus, aber danach war es das dann auch. Andere Leute hingegen haben da wesentlich mehr zu kämpfen. Komisch ist, dass dieses Phänomen nach dem Abendessen entstanden ist...
Da der Tag lang war, wir keinen Bus vor der Tür hatten, als das sich die Band hätte zwischenzeitlich mal ablegen können, ist der Abend auch schnell vorbei. Relativ schnell verziehen sich alle in die Betten und es herrscht Nachtruhe (Naja... bis auf das übliche Geschnarche...)

Impression aus Maribor:

Crewtagebuch: Budapest - Diesel

Die Erkältung hat mich inzwischen, wie auch die meisten anderen im Tross, voll im Griff. Trockener Hals, ständig Husten gepaart mit einer Rüsselpest-Plage.
Ich werde das erste Mal wach, als Torsten den Bus anhält um aufs Diesel zuzufahren. Noch bevor der Bus in Parkposition gebracht wurde, falle ich wieder ins Bett und schlafe bis um 15 Uhr fest ein. Die Mutter der Kompanie, in diesem Fall unser liebstes Tourleiterchen Zottel, reißt mich aus dem Schlaf mit den Worten: ,,Die Leute wollen Baumwolle kaufen, heb den Arsch hoch, du musst aufbauen".
Na Mahlzeit. Ich habe keinen Bock und wenn es nach mir geht, dann würde ich den ganzen Tag am liebsten schlafen und mich von der einen auf die andere Seite drehen wollen. Heute ist ein echter Scheißtag. Ja, so Tage gibt es halt hin und wieder und wird jeder kennen.
Ich will den Trailer aufmachen... Schlüssel weg. Also zum Club latschen (der Bus steht 200 m entfernt) und jeden fragen, ob er den Schlüssel hat. Zurück am Trailer knallt die Laderampe auf meinen Fuß. Das ist nicht weniger schmerzhaft, wie das Case mit der Englbox, welches mir Corny die Tage auf den Stinkefuß geballert hat.
Alles zusammen gepackt, geht es wieder in den Club. Dort angekommen, baue ich den Stand auf einem Podest auf. Gerade als ich merke, dass ich unten was im Case vergessen habe, vergesse ich auch, dass ich auf einem Podest stehe. Und schon liege ich auf der Fresse.
Fuck!!!!
Soweit so gut. Stand aufgebaut und gecheckt, dass wir heute die dritte fremde Währung am Start haben und diese ist dann auch sehr lustig, da 1 Euro = 273 Forint sind. Da kommen dann am Abend mal schnell ein paar hunderttausend zusammen... leider nicht Euro. Essen ist fertig...
Jawoll, denn wir sind in Ungarn und davon (Essen) verstehen die Jungs was. Also gut gegessen und mich schnell an den Tresen gesetzt, um das Video von gestern zu sichern. Hatte ich schon gesagt, dass der Tresen auf einem Podest ist? Nicht??? Naja, ich lande wieder auf der Fresse und habe direkt mehrere besorgte Menschen um mich herum. Super!

Das Diesel ist extrem gut gefüllt. Man sagt uns zwar, dass es nicht ausverkauft sei, aber wer in den Saal rein möchte, der soll kein Inhaber der T-Shirtgröße XXL sein. Es ist wirklich sehr voll und die Leute stehen eng beieinander.
Waren Wien und gestern auch Maribor schon von der Stimmung her unschlagbar, so wird das heute noch einmal getoppt. Gänsehaut pur. Die Ungaren bereiten der Band einen warmen und herzlichen Empfang und feiern Makka, Tom und Bernemann bis zum letzten Ton. Als Tom den Makka als Drummer vorstellt, fällt der Laden fast auseinander und die Fans feiern den neuen Mann am Kit wie einen Messias ab. Aufgrund der spielerischen Leistung mehr als zu Recht. Menschlich kann jeder in unserem Tross inzwischen beteuern, das Makka ein wirklich feiner Kerl ist, den man einfach nur mögen kann.
Die Stimmung ist so dermaßen gut, das es heute etwas ganz seltenes gibt: Tom kommt spontan zum Merchstand und gibt eine Autogrammstunde samt Fotosession. Dass Ausnahmezustand herrscht, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Ach ja... was ich noch vergessen hatte:
Die Podeste in dem Laden sind nicht gerade geschnitten, sondern haben eine eigenartige ,,Zick Zack" Form. Als ich auf dem Podest stehe und mir ,,Remember the Fallen" anschaue, will ich schnell zurück zum Stand. Das ich dabei vergesse auf ebendiesen ,,Zick Zack" Podest zu stehen, brauche ich wohl nicht zu erwähnen, oder? Auch nicht, das ich mich voll auf die Fresse lege und mir Hasse von Die Hard hoch helfen muss, da es beim dritten Mal dann doch etwas dunkel geworden war in der guten Dach- und Denkstube.
Nachdem alles mal wieder verladen ist, gibt es eine schöne Feier im Bus. Was will man mehr? Volle Läden, Fans die steil gehen und eine geile Stimmung im Team. Ich selbst breche vor Lachen in der Lounge zusammen, als Bernemann versucht den DVD Player mit der Bonus DVD der neuen Mr. Big CD zu füttern. Diese kommt allerdings immer wieder raus und der liebe Berne entwickelt sich zu einem Monster... göttlich. Funktionieren will die Fick DVD Kiste trotzdem nicht, also muss die CD wieder herhalten und die Anlage wird aufgedreht, bis die Kojen vibrieren.
Noch geiler: Wir haben morgen einen  Day Off... Prost!!! Day Off ist so eine Art Wochenende für Musiker... da kann man schon mal ordentlich feiern und die Sau raus lassen. Das tun wir natürlich und das ganze bekommt einen gewissen Touch von ,,Jugendherbergsausflug" mit allerlei Späßen.
Um gut 4.00 Uhr ist der Spaß vorbei und es kehrt Ruhe ein.

Crewtagebuch: Maribor - Stuk

Zu Frank haben wir zwischenzeitlich einen zweiten Busfahrer bekommen, da die Strecken durch die gesetzlich geregelten Fahrerpausen, alleine nicht zu schaffen sind. Torsten ist wie Frank ein sehr umgänglicher und netter Typ, der bestens in den Tross passt.
Etwas 40km vor der Grenze zu Slovenien werde ich wach. In der Lounge sitzt schon Corny, der wie ich mit einer Erkältung zu kämpfen hat.
Früher als geplant treffen wir in Maribor ein und das Stuk erweist sich als netter Laden mit mäßigem Sound Equipment. Gut das ich kein Knöpfchendreher bin und heute mehr Platz hinter meinem Stand haben werde, als es gestern der Fall war.
Es folgt das übliche ,,wer zuerst Kacken gehen darf" Spiel und geht dann ins ,,Frühstück" um ein Uhr über. Schock des Tages: Wir haben heute wieder 2 Vorbands, was bedeutet, dass wir vor 1.00 Uhr nachts kaum zum abbauen kommen werden. Damit wir nicht gleich Hoffnungen auf einen besseren Morgen haben, verkündet Zottel direkt, das wir auch morgen in Budapest mit insgesamt 4 Bands sein werden.
Mahlzeit!!!
Nachdem Sodom Soundcheck hatten, trifft sich alles im Foyer des Stuks und guckt Fussball. Dass es zwischen der Schalke und Dortmund Front hoch her geht, das brauche ich wohl nicht erwähnen. Ich bereite meinen Kram weiter vor und werde gleich 'ne Stunde pennen.
Irgendwann heißt es aufstehen, denn um 18 Uhr soll ja Einlass sein. Also erhebe ich meine müden Knochen und latsche zu meinem Stand rüber. Einlass ist dann nach bester Balkan Manier pünktlich um 19.30 Uhr. Danke... da hätte ich mit meinem Arsch auch noch liegen bleiben können grrrr...

Das Stuk ist rappelvoll als Sodom die Bühne betreten. Die Vorbands habe ich vor lauter Beschäftigung am Merchandise Stand vollkommen verpasst. Als Tom, Makka und Bernemann zu ,,In War and Pieces" die Bühne betreten, herrscht Ausnahmezustand.
Ich weiß es klingt vielleicht doof, aber es ist meine eigene Sicht der Dinge, da ich schon sehr lange mit Sodom unterwegs bin: Die Stimmung ist anders.
Damals hatte man den Eindruck am Merchandise Stand, das die Leute es ganz gut gefunden hätten... aber jetzt ist es so, als wenn die Leute in einem Rauschzustand wären. Total ausgelassene und megageile Stimmung. Jeder der bei einer der Shows war, gibt einem das Gefühl, das man ihn beim nächsten Mal wieder zu 100% treffen wird.
Die Setlist ändert sich jeden Tag ein bisschen. Mal die Reihenfolge, mal die Songs... die Band kann nie genau vorhersagen, was passieren wird. So muss heute Makka leiden, als Tom ,,Ace of Spades" von Motörhead ankündigt. Makka hat den Song noch nie vorher gespielt, geschweige denn mit Sodom geprobt. Da ist Spontanität gefragt.
Wer glaubt, dass der Song in einem Desaster endet, der irrt gewaltig... es klappt wunderbar und die Fans rasten schier aus.
Nach guten 100 Minuten ist dann Schicht im Schacht und heute verabschieden sich die Sodomisten mit einem fetten ,,Bombenhagel" von der Bühne. Ekstase ist angesagt!!!
Wir packen alles ein und vor allem der Rest vom Balkanteller wird eingepackt und für schlechtere Zeiten aufgehoben. Im Bus herrscht eine extrem gute Stimmung und man kann sagen, dass wir alle eine Art Familie geworden sind.
Nachdem Zottel mit seinem ,,Betthupferl" in Form der Reste des Balkantellers in der Lounge auftaucht, verziehe ich mich ins Bett...

Crewtagebuch: Wien - Szene

90km vor Wien werde ich als einer der letzten wach. Alles ist am jammern, das es in der Nacht so gestunken hätte. Was kann ich dafür, wenn man mir abends noch Pizza reicht und das Ganze sich auf meinen Darmtrakt niederschlägt?
Nachdem sich die Nebelschwaden gelichtet haben, stehen wir auch schon vor dem Szene Club inmitten Wiens. Wir verschwenden keine Zeit und fangen unmittelbar mit dem Ausladen des Equipments und Merchandise an. Das Szene ist ein sehr netter Club mit einer 500er Kapazität. Der Abend ist ausverkauft.
Da wir gestern Konzession hatten (das bedeutet, dass ein Team von der Halle das Merchandise verkauft), konnte ich mich mal mit anderen Dingen befassen.
Ich habe mir ein wenig die Arbeit meiner Kollegen angeschaut, mit welchen ich seit inzwischen einer Woche in einem Nightliner unterwegs bin:

Corny: Drumtech von Makka. Er kümmert sich darum, dass alles an seinem Platz ist und so aufgebaut ist, das Makka loslegen kann.
Marc: Guitar/ Bass Tech. Er kümmert sich nicht nur darum, dass die Klampfe und der Bass gestimmt sind, sondern wenn es sein muss, dann lötet der Mann auch während des Sets mal schnell Kabel zusammen. Quasi unser McGyver an Board.
Pit: Tontechniker und jeden Abend für den Sound von Sodom und Die Hard zuständig. 
Zottel: Tourleiter und Lichttechniker.
Meine Wenigkeit ist für den Verkauf des Merchandise zuständig.
Nebenher versuche ich noch ein paar Fotos zu machen und die Shows zu filmen. Inzwischen existieren einige coole Mitschnitte, die wir irgendwann online stellen werden... wir wissen zwar nicht wann... aber wir werden es tun :-)

Mit Scumshot und Tulsadoom haben wir heute zwei Bands im Vorprogramm. Von beiden Bands bekomme ich kaum etwas mit, da der Merchandise Stand außerhalb der Halle ist. Lediglich bei Scumshot ist die Stimmung auf dem Siedepunkt, als die Band den Tankard Evergreen ,,Empty Tankard" zum Besten gibt.
War die Show in London schon ausverkauft und Italien ebenfalls ein echtes Brett, so steht Wien dem ganzen in Nichts nach. Mit 500 Leuten ist der Laden zum Zerbersten gefüllt.
Sodom werden von der ersten Note an frenetisch gefeiert und bei Songs wie ,,Ausgebombt" oder ,,Napalm in the Morning" ist die Halle kurz vorm auseinander fallen.

Der Abend nach der Show ist schnell erledigt, denn inzwischen haben sich fette Erkältungen und Anzeichen von Grippe im Tross bemerkbar gemacht. Ich sitze zwar noch bis um ca. 3.00 Uhr mit Zottel und Tom zusammen, aber alles beschränkt sich auf Smalltalk und die morgige Show in Maribor, Slovenien...

Crewtagebuch: Milano

Milano - Live Club

Es ist Punkt 5.05 Uhr als Busfahrer Frank mich weckt. Wecken? Ich wollte doch wach bleiben... FUCK! Wir fahren in Richtung Weil am Rhein, welches quasi den letzten deutschen Ort vor der Schweizerischen Grenze darstellt.
Eigentlich ist die Situation ja echt Panne... wir fahren unserem Ziel Mailand entgegengesetzt! Aber leider ist es notwendig, denn Schaden macht bekanntlich klug. Am Grenzübergang können wir entsprechend das Merchandise zurück checken lassen, entrichten brav unsere Steuern und verlassen dann die Schweiz um zu drehen und direkt wieder reinzufahren.
An anderen Grenzübergängen zur Grenze Italien hätte sich wiederholen können, was unser Tonmann schon erlebt hat: Man fühlt sich nicht zuständig und wir bekommen unsere Sicherungskaution nicht zurück. Und diesen ,,Worst Case" galt es zu vermeiden.
Unterwegs stehen wir wegen eines Unfalls mit Schwerverletzten erst mal im Stau. Da kommen Erinnerungen an meine Ausbildung hoch, da ich auf der Autobahn schon mehrfach Zeuge von diversen Toten werden durfte... die gibt es hier aber anscheinend (und hoffentlich) nicht.
Erst am Liveclub in Mailand werde ich wieder wach.
Dort herrscht schlechte Stimmung, da nur knapp 100 Karten im Vorverkauf den Besitzer gewechselt hatten und der Veranstalter am liebsten die Show gecancelt hätte. Der Klub ist mit 1200-1500 Leute auch recht groß. Zu groß?
Fuck Off... am Ende ist der Laden zu etwas mehr als der Hälfte gefüllt und die Fans bereiten allen Bands einen warmen Empfang.
Heute ist Merchandise Konzession angesagt und ich ziehe es vor, mich zwischenzeitlich noch mal ins Bett zu legen. Aus diesem Grunde verpasse ich Irreverence und Die Hard heute Abend... aber ein Abend im Bus kann auch seine witzigen Seiten haben.
Es wurde eine witzige Webseite entdeckt, wo diverse Hackentricks gezeigt werden... es handelt sich dabei aber nicht um Fußball, sondern eher um sexuelle Vorlieben. Es wechseln sich Staunen und schallendes Gelächter ab...

Dann kehrt etwas Betriebsamkeit ein:
Es war schon lange im Gespräch, aber es wollte einfach nichts konkret werden. Jetzt ist es soweit:
Sodom werden einen Gast in Ludiwgsburg haben und zwar keinen geringeren als Roberto Blanco.
Das ganze wird in Ludiwgsburg passieren.... Mehr kann und darf ich dazu nicht sagen...

Die Show von Sodom fängt direkt nach ,,In War and Pieces" mit einem technischen Defekt an, indem die gesamte PA ausfällt. Die Fans überbrücken die Zeit mit langen und ausgiebigen ,,Sodom, Sodom" Fanchören. Da kann man nur eine Gänsehaut bekommen.
Was soll man sagen, außer, dass die Maschine Sodom nicht aufzuhalten ist. Wir splitten uns in drei Lager... der eine Teil sitzt unten bei einem ,,Feierabend Bier" zusammen, die Schweden bilden ihre eigene Gruppe und die anderen aus dem Sodom Tross hören lautstark den heutigen Live Mitschnitt der Show.
Insgesamt haben wir jetzt mehr als 10 Stunden Fahrt vor uns, da wir morgen in Wien spielen...
Ich gehe jetzt mit Bernemann die neue Mr. Big lauschen...

Good Night...

Pratteln - Z7

Pratteln - Z7

Guten Morgen Zoll!!!
Wenn man schon die Fähre hinter sich hat und das als nervend empfindet, dann muss man hier mal einen lieben Gruss in die Schweiz senden!
Um 6 Uhr morgens erreichen wir den Grenzübergang Weil am Rhein und müssen alles an Merchandise beim Schweizer Zoll anmelden. Nach 45 Minuten Bürokratie und einer nicht unerheblichen Sicherheitszahlung, dürfen wir dann endlich in die Schweiz einreisen. Da wir das Merchandise verzollen müssen, sind wir am Showabend dazu gezwungen, die Preise anzuheben. Sad but True. Nicht umsonst geht es der Schweiz wirtschaftlich ganz gut.
Ich versuche mir am Schalter des Zollbeamten vorzustellen, wie ich an der Grenze in Deutschland sitze und gleiches für die Bundesrepublik tue. Dabei gehen mir wilde Zahlenkonstrukte durch den Kopf...
Die Schweiz zeigt sich von ihrer schönsten Seite. Es ist warm, sonnig und die Landschaft lädt zum Gute Laune haben ein. Dass wir einen extrem schlechten Kartenvorverkauf haben, das wird schnell vergessen, wenn die Sonnenstrahlen einem auf der Nase tanzen.
Wir laden gemütlich aus, da wir heute extrem früh dran sind und Zeit ohne Ende haben. So wird es ein extrem entspanntes und relaxtes Arbeiten.
Am Ende des Tages wird alles gut, denn auch heute sind knapp über 300 Fans im Z7 und die feiern Sodom am Ende ihres Sets mit Standing Ovations ab.
Als Gäste haben wir heute die Schweizer Band Dreamshade am Start, die sich schnell unbeliebt machen. Nicht, dass sie mit vielen Bandmitgliedern anreisen... am Ende tanzen 13 Leute durch die Gegend. Vom überlangen Soundcheck bis hin zu Tatsache, dass man nicht mal ,,Guten Tag" sagen kann... irgendwie stört die Band die inzwischen positiv herrschende Harmonie unseres Tour-Trupps.
Musikalisch kann ich nur subjektiv sagen, das Dreamshade sicherlich absolut fähig sind, aber ganz ehrlich: Von diesen ,,In Flames meets Metalcore" Truppen gibt es leider zu viele auf dem Markt und Dreamshade sind eine dieser vielen nichtssagenden Bands, den man am Ende der Show ein ,,ja, war ganz ok" zuwirft.
DIE HARD hingegen liefern heute einen der besten Sets ab. Nach einer Unterredung mit der Band, sehen die Jungs ein, das es mal angeraten wäre, erst zu spielen und dann zu trinken, anstatt umgekehrt. Das macht sich bemerkbar und so wird dieser Gig zu einem ganz Glockenklaren Punktgewinn für die Schweden.
Den nächsten Punktgewinn können die Jungs später im Bus verbuchen, als deren Basser Harry so blau ist, das die anderen drei ihn nicht zum Gang ins Bett bewegt bekommen.

Showtime... Sodom sind eine Maschine und die Fans in Pratteln sehen es genauso. Mit welcher Urgewalt Songs wie ,,Blasphemer" oder ,,Nuclear Winter" durch die Halle ballern, ist schon beängstigend. Noch nicht klang Sodom für mich härter und brutaler wie heute. Tom und Bernemann werden von Makka förmlich nach vorne getrieben. Songs wie ,,Agent Orange" oder ,,Bombenhagel" haben eine Intensität die unbeschreiblich ist.
Das sehe nicht nur ich so, sondern die knapp dreihundert Fans holen Sodom 2x zurück auf die Bühne. Respekt... je oller, desto doller!

Kaum ist der Krempel im Anhänger verladen, begebe ich mich in den Bus um das Video des Abends auf den Rechner zu ziehen. Um den Rechner bildet sich eine Traube und die Sodomisten werden selbst Zeuge des phänomenalen Gigs. Eigentlich würde ich mir jetzt gerne einen schönen fetten Drink gönnen, aber leider wartet in ein paar Stunden die Zollarbeit auf uns... so beschließe ich, mich aus dem bunten Reigen auszuklingen und mit Tourleiter Zottel gemütlich in der Lounge Platz zu nehmen. Inzwischen haben wir schon 4Uhr...

Impression:

Saarbrücken - Garage

Saarbrücken - Garage

Die Garage in Saarbrücken ist ein sehr geräumiger Laden, der bis zu 1000 Leute fasst. Im Gegensatz zu London oder Eindhoven können wir hier ganz normal parken und müssen keine Kunststücke von unserem Fahrer erwarten.

Der Tag fängt bedrückt an, da nach wie vor der Diebstahl des Rucksacks auf´s Gemüt drückt. Ganz beschissen vor allem deshalb, weil auch einige Dokumente fehlen, die wir in den nächsten Tagen brauchen werden. Aber wie Tom schon mit ,,Die Knappen" singt: ,,Et nützt ja alle nix"... the Show must go on.
Der Aufbau auf der Bühne geht locker vonstatten einzig negativ ist der herrschende Zeitdruck, da wir erst um 15.30 Uhr an der Garage eintreffen, aber um 18 Uhr schon die Türen aufgehen. Also ist Akkord angesagt.
Als Godslave loslegen, befinden sich dann gut 300 Leute in der Halle. Die Band macht einen spielfreudigen Eindruck und wenn man vielleicht auch nicht musikalisch zu den besten Bands des Genres gehört, muss man den Jungs aber neidlos anerkennen, dass sie ihre eigene Note haben und einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Zudem sind die Jungs extrem nett und umgänglich.
Die Fans feiern die Band ab und ich denke, das man sagen darf, das Godslave heute neue Fans gewinnen konnten.
DIE HARD hingegen liefern ihren schlechtesten Gig ab. Es mag am Alkohol oder aber auch an der Tatsache liegen, das der Bandkopf heute von seinem Chef aus Uppsala mitgeteilt bekommen hat, das er gefeuert ist. All das spiegelt sich dann auch in der Leistung der Band wieder. Leider!
Menschlich finden wir immer mehr zusammen, wobei wir im Bereich ,,saufen" nie das Level der Schweden erreichen. Auf diesen Umstand weist uns dann Tom mit einem wunderbaren Zitat hin: ,,Wir müssen damit aufhören, anzufangen weniger zu trinken".
Da wir morgen einen freien Tag haben, nutzen wir die Gelegenheit und trinken ein paar Bierchen zusammen... irgendwann falle auch ich ins Bett, ehe mich Tom samt seiner Maglite unsanft aus dem Schlaf holt... dabei hatte ich gar nicht geschnarcht, sondern nur vergessen die Kettensäge auszumachen... menno!!!

Saarbrücken - Day Off

Der Tag wird von mir genutzt um mich von einigem Bargeld zu entledigen und es in Dinge wie Computer, Tasche, Kamera etc. zu investieren. Endlich wieder Internet und Fotos machen können.
Ansonsten geht jeder getrennte Wege. Abends wird noch in geselliger Runde zusammen gesessen und Tom hat endlich damit angefangen, aufzuhören weniger zu trinken... Nacht auch!

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