Nein, "The Final Sign Of Evil" ist kein reguläres neues Album der deutschen Thrashmetal-Urgesteine von Sodom. Und dennoch haben wir hier vollwertigen Zuwachs für die Diskographie der Herren um Tom Angelripper vorliegen. "The Final Sign Of Evil" ist - mit 23 Jahren Verspätung - das Album, das die Band eigentlich schon 1984 veröffentlichen wollte, welches dann aber nur in abgespeckter Form als EP mit dem Titel "In The Sign Of Evil" das Licht der Welt erblickte.
Irgendwann kam der gute Tom dann auf die Idee, das Projekt doch noch zum Abschluss zu bringen. Und so finden sich auf "The Final Sign Of Evil" die fünf neueingespielten Songs der alten EP sowie sieben Songs, die vor fast einem Vierteljahrhundert von der Band geschrieben, jedoch nie veröffentlicht wurden. Das Besondere ist aber, dass Bandkopf Angelripper für die Neuaufnahmen die alte Mannschaft von 1984 ins Studio holte. Das heißt, dass Grave Violator (was ein Nickname!) an der Gitarre zupft und Chris Witchhunter (auch putzig) das Schlagzeug verdrischt.
Verlernt haben die Herren seit ihrem Ausstieg aus der Band 1986 (Grave Violator) respektive 1992 (Witchhunter) nichts und so wird einem auf "The Final Sign Of Evil" das volle Thrash-Brett kredenzt. Dass die Produktion besser ist als 1984 ist wenig überraschend und dennoch klingt es manchmal etwas schwammig im Mix, was aber gut zur Atmosphäre der Musik passt und wohl beabsichtigt war. Eine allzu glattgebügelte Produktion hätte auf jedem Fall nicht zum Songmaterial gepasst.
Über die Songs muss man nicht viel sagen. Sie klingen wie Sodom in ihren Anfangsjahren, versprühen jede Menge räudigen Old-School-Charm und machen dank druckvoller Produktion noch einmal deutlich von welchen Bands die Mitte der 80er Jahre auftauchenden ersten Death- und Blackmetal-Bands sich haben beeinflussen lassen.
Für das jüngere Publikum ist "The Final Sign Of Evil" somit eine unterhaltsame Geschichtsstunde. Und alteingessesene Sodom-Fans werden sowieso zugreifen. Die Muskelaufbau-Präparate von dem Herrn auf dem Cover hätte ich übrigens auch gerne.
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