Nachdem es Kollegen wie Destruction, Testament oder Anthrax recht erfolgreich vorgemacht haben, haben sich nun also auch die alten Ruhrpott-Thrash-Haudegen von SODOM dazu entschlossen, ihre alten Kamellen noch einmal neu einzuprügeln. Dies geschieht allerdings nicht wie in den anderen genannten Fällen in Form einer Best-Of-CD, sondern als konsequente Neueinspielung der kultigen 1984er Debut-EP "In The Sign Of Evil", die man kurzerhand um ganze sieben bislang unveröffentliche Bonus Tracks aus den alten Tagen angereichert hat, die das mal als Longplayer geplante Erstlingswerk ursprünglich hätten komplettieren sollen. Als weitere Besonderheit konnte man für diese Aktion noch einmal das Original-Line Up aus den frühen Achtzigern bestehend aus Tom Angelripper, Grave Violator und Christ Witchhunter reaktivieren, welches sich vor kurzem zu einem "Klassentreffen" im Rahmen der Aufnahmen für die DVD-Dokumentation "Lords of Depravity" zusammengefunden hat.
Über die Sinnhaftigkeit einer solchen Veröffentlichung kann man sicherlich vorzüglich streiten. Einerseits ist es sicherlich nicht uninteressant, angesichts der doch ziemlich bescheidenen technischen Bedingungen, mit denen der damalige Metal-Underground zu kämpfen hatte, die alten Songs im fetteren, differenzierten und zeitgemäßeren Sound zu hören und auch die Zugabe in Form einer ganzen Reihe alter Songs, die es (teilweise wohl nicht ganz zu Unrecht) damals nicht auf Platte geschafft haben, dürfte für den beinharten Fan sicherlich Kaufanreiz genug sein. Auf der anderen Seite verdanken die simplen "In The Sign Of Evil"-Tracks ein Großteil ihres Reizes wohl vor allem dem undergroundigen und naiven Charme, der heutzutage leider etwas verloren geht - trotz der alles andere als glatt polierten, recht glaubwürdig und old-schoolig ausgefallenen Produktion, für die Toto, seines Zeichens Webmaster der SODOM-Bandhomepage, verantwortlich zeichnet.
Ein entsprechend gespaltenes Bild hinterlässt dann auch "The Final Sign Of Evil": Einerseits besitzen Songs wie "Witching Metal", "Blasphemer" oder "Outbreak Of Evil" nicht zu Unrecht Kultstatus in der gesamten extremen Metalszene und die bessere Produktion steht ihnen sicherlich nicht schlecht. Auf der anderen Seite versuchen SODOM erst gar nicht, sich spielerisch einigermaßen dem Niveau heutiger Metal-Veröffentlichungen anzunähern, so dass die Mischung aus zeitgemäßem Sound und stümperhafter Spielweise ein wenig authentisches Bild hinterlässt. Hinzu kommt, dass die sieben Bonus Tracks (vielleicht mit Ausnahme der herrlich simplen Groove-Granate "Ashes To Ashes" und des punkigen Rausschmeißers "Defloration") wie gesagt nicht das Niveau der originalen "In The Sign Of Evil"-Songs und schon gar nicht das der aktuellen SODOM-Tracks besitzen, so dass sich zumindest der Nicht-SODOM-Fan fragt, ob man diese größtenteils nicht doch besser gut weggesperrt in Onkel Tom's Giftschrank gelassen hätte.
Unter'm Strich ist "The Final Sign Of Evil" sicherlich keine essentielle Anschaffung für jeden Metalfan, aber durchaus als nostalgische Überbrückung zur nächsten offiziellen SODOM-Veröffentlichung für den Sodom-Maniac geeignet, der sich sicherlich auch über das gelungene Albumcover, das erfolgreich die Brücke zum 1984er Original schlägt, freuen wird. |
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