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30.05.2008
Zagreb, HR
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Review • Legacy
Scheiß auf den Knarrenheinz: Zum feierlichen Anlas muss dem Vollstrecker wieder raus. Andreas Marschall hat dem Kapuzenmann mit der blutigen Axt eine wahre Henkerskathedrale eingerichtet. Denn SODOM reisen durch die Zeit zurück zu den Tagen als alles begann Form anzunehmen. Angelripper, Witchhunter und Grave Violator, Nachfolger von Gitarrenquäler Aggressor - die Besetzung des auf MLP-Format gekürzten Debütalbums - haben sich in Klausur gegeben und eben dessen fünf Klassiker mitsamt einem ganzen Haufen bislang vergrabener Leichen aus dem Keller geholt. Auf seine Weise wird dieses Aufeinandertreffen von gemachten, veränderten und gescheiterten Existenzen bei allen beteiligten Traumata hinterlassen haben. Produzent Toto, der für einen herzhaft-chaotischen Nostalgie-Brummsound gesorgt hat, ist um diese Erfahrung wahrlich nicht zu beneiden. Der Plan, das einst geplante komplette Album zu realisieren, sieht auch vor, dass die bekannten Stücke nicht isoliert stehen: ‚Blasphemer’, ‚Witching Metal’, ‚’Burst Command ´Til War’, ‚Sepulchral Voice’ und ‚Outbreak Of Evil’ werden von den einstigen Phantomen – die weder auf den Tapes „Witching Metal“ noch „Victims Of Death“ zu finden waren – kräftig in die Mangel genommen und aufgemischt. Alles ruht – oder besser rumpelt – in einem wiederhergestellten Urzustand, weswegen die sieben exhumierten Kapitel keineswegs antiquierter, unvollkommener oder anderweitig in diesem Zusammenhang unpassend klingen. Viele der Stücke sind länger als regulären „In The Sign Of Evil“ Bösartigkeiten. ‚The Sin Of Sodom’ ist mit seinem fies geblökten Intro der ideale Opener. Das Double Bass Geballer hatte Witchhunter damals bestimmt noch nicht so drauf, aber es wird nicht übertrieben: Die Songs haben in Ausführung und Struktur ihren kaputten, extrem imperfekten Raubein-Charme behalten. Dazu passt Angelrippers gruftig-kehliger Sprechgesang. Venom lauern an allen Ecken und Enden, was sich auch im oft eher schleppend-holpernden denn überragend schnellen Spieltempo von ‚Bloody Corpse’, ‚Where Angels Die’ etc. bemerkbar macht. ‚Sons Of Hell’ dagegen ist schon fast an der Schwelle von Hellhammer zu Celtic Frost – und ‚Defloration’ ein Flirt mit bekanntem Motiv. Onkel Tom gibt den Altfans immer wieder Zucker: Nach den Bonustracks vom „M-16“ Digipack eine hochwillkommene Ablenkung vom letzten Album oder seinen Solo-Wucherungen.
(BTJ)
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